11 September 2010

Landschaftsskizzen 2010

Landschaftszeichnen
Mit dem Fahrrad durch die Gegend gondeln, im Rucksack mein Skizzenbuch, die Stifte, Farbkasten, Malwasser, auf dem Gepäckträger ein kleinen Klappstuhl sowie was zu Essen und zu Trinken.
Von meinen Laufrunden kenne ich landschaftlich reizvolle Stellen und Gegenden.
Aber meist summieren sich die Bilder von schönen Stellen und Ausblicken, durchs Vorüberlaufen.
Wenn ich dann zum Zeichnen hinfahre, muss ich mir einen Standpunkt suchen um das Motiv zu packen.
Und dann finde ich die Stelle nicht, wo die Brücke richtig gut durch die Bäume schaut oder der Kirchturm einen guten Platz auf dem Zeichenblatt
bekommen kann.



Bei trübem Wetter machte ich mich auf in die Hüttener Berge.
Bei der Kiesgrube zwischen Alt-Duvenstedt und der Autobahn töpfelte es schon.


Als ich dann die schöne Stelle, einen buchenbewachsenen Hügel zwischen Freudental und Holzbunge, gefunden hatte wurde aus Niesel leichter Regen.
Auf einen Hügelchen gegenüber finde ich Schutz unter Bäumen, Wind und Niesel rauschen im Blätterdach der Buchen, noch ist es hier trocken mehr darf es aber nicht regnen. Und wie gut es hier richt.
Nach einer knappen Stunde verspritzeln mir immer mehr kleine Tröpfchen das Zeichenblatt.
Ich klappe das Skizzenbuch zu und packe die Schinkenbrote aus, heißen Kaffee hab ich in der Thermoskanne.
Und denke:
Jetzt tief durchatmen und das Leben schön finden.
Das will ich sobald es geht wieder tun, aber bei schönerem Wetter.



Bei sonniger Witterung war ich unterwegs zwischen Hörsten und Breiholz, wo sich das Land flach und weit ausbreitet und die Eider sich leicht hindurch mäandert.



Zwischen Dreckrüh und Mohr, am Fuß der Hüttener Berge, stehen so hübsche Weiden in den geschwungenen Wiesen.


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Im Wilden Moor hab ich in der prallen Sonne, auf dem Aussichtspunkt, geschwitzt.
Im stehenden Wasser sieht man den Himmel, auch wenn man nach unten schaut blickt man nach oben.


Ein Stück Norderfelderweg ist man von Bäumen beschirmt, hier das Premiumstück der Nübbellaufrunde.


Der Bahndamm in Osterrönfeld kann imposant aussehen. Wenn ich erst einmal auf meinem kleinen Klappstühlchen sitze und loszeichne ist alles gut.
Es macht mir Spaß,
es macht mich glücklich
und irgendwie muss man ab und zu spüren wie schön die Welt ist.

20 Juli 2010

Sonntags wäre ich gerne Sonntagsmaler




Stehle mir Zeit.
Koche nicht für die Kinder, gehe nicht ans Telefon und nicht auf die Boulbahn, lasse den Computer aus und die Laufschuhe im Schrank.
Stattdessen überlege ich mir Postkarten-Bildmotive,
versuche 4 Zeiler zu dichten.
Das dauert alles.
Dann habe ich auch noch Kopf, von dem ganzen Bier-durcheinander-trinken gestern Abend.
Königs Pilsener, Kellerbier, Adelskrone.
Die Postkarten will ich tuschen.
Zum Glück ist warmes Wetter.
Die Tusche macht die Postkarten zu feuchten Sumpfgebieten.
Das sonnige Fensterbrett legt sie wieder trocken.
Zwischendurch ist die Waschmaschine zu Ende und ich hänge die Wäsche im Garten auf die Spinne, so wird auch sie trocken.
Die grüne Unke hat jetzt Flecken und sitzt in einem braunen Schüsselchen in der roten Soße.
UNKE IN TOMATENTUNKE
-ja das ist gut.
Die Schildkröte wird nicht so aufwendig aber für sie muss noch gereimt werden.
Auf Christianes Karte an mich stand zu lesen:

„Frau Schildkröt zieht nach Kamerun
Sie hat die Faxen dicke
Sie wollte das schon länger tun
Es nervt des Nachbars Zicke“

Darauf wollte ich antworten und schrieb:

Herr Schildkröt ist in sich zu Haus
Sein Panzer gibt ihm Schutz
Frau Schildkröt nahm Reißaus
So pflegt jeder, seinen Eigennutz.

Diesen 4 Zeiler fand ich nicht so prickelnd und setzte noch mal an:

Herrn Schildkröt ist das alles schnuppe
Bei Nachbars Zicke fühlt er sich als Ganzer
Frau Schildkröt schwimmt schon in der Suppe
Und Zicke poliert ihm sanft den Panzer.

na gut, ein bisschen prickeliger, besser ging`s nicht.

Ach ja und die Fußballer, die hatten nur Fußball im Kopf.

19 Juli 2010

Zeichne mir ein Pferd





„Kannst du mir ein Pferd zeichnen?“
fragte Birgit.
„Ja irgendeins, in schwarz, weiß oder braun?“
„Nein ein ganz spezielles. Maxi heißt das Pferd, für das habe ich eine Reitbeteiligung.
Und ich brauche ein Geschenk für die Pferdebesitzerin und dachte ein gemaltes Pferdebild wäre schön.“
„Ja wenn das so ist und es ein Pferdeporträ werden soll, sollte ich mir das Pferd mal anschauen.
So ging es am Wochenende nach Bullenkuhlen zu Stall und Koppel.
Um Bekanntschaft mit Pferden und Boxen zu machen, stolperte über Futtereimer und Pferdeäppelboy, zeichnete und fotografierte und lernte auf dem Reiterhof eine gut organisierte Frauengesellschaft kennen.
Mädels jeden Alters, hier kennt jeder Jeden, jedes Pferd, jede Krankheit, jede Stockmaßhöhe.
Von Pferden habe ich keine Ahnung.
Ich hatte in meiner Jugend mit meinem Bruder ein Schaukelpferd.
Und plötzlich sollte ich das Pferd am Zügel über den Hof führen. Zuvor hatte ich gesehen das Maxi die Angewohnheit hatte jedem in die Anoraktasche zu gehen um nach Essbarem zu suchen.
Wenn ich ihn jetzt führen soll, so muss er von der ersten Sekunde spüren wer hier Chef im Ring ist.
Ruckte kurz am zügel, hielt ihn beständig unter Spannung und sprach klare Anweisungen.
Und o Wunder, Maxi ließ sich treu und brav führen.
Mir stand der Schweiß in der Hosenumschlägen.
Und Birgit sagte:
„Maxi gehorcht dir aber gut, bist du ein Pferdeflüsterer Frank?“

Einladungszeichnung


Wenn Zahntechnicker sich treffen.
Entwurf eine Briefbogens zur Einladung
für ein Treffen ehemaliger Zahntechniker Kollegen.

05 Juli 2010

Hochzeitszahn





Der Hochzeitszahn

Eine junge Zahnarzthelferin wollte Hochzeit machen.
Ihre Kolleginnen, aus der Praxis, überlegten sich mit welchem Unfug
sie sie an ihrem Polterabend erfreuen könnten.
Die Braut soll, vor aller Augen, an einem Backenzahn eine Füllung legen.
Der Bräutigam, der Lackierer ist, soll dann die Flickstelle am Zahn sauber überlackieren.
Damit alle Hochzeitsgäste gut zuschauen können braucht es einen bühnentauglichen Kulissenzahn, mit einer mindest Höhe von 30 cm.
30 cm hohe Backenzähne gibt es aber nicht zu kaufen, auch nicht im Internet.
Also bleibt nur eins: man muss es selber machen.
Aus Hasenstalldrahtzaun, Küchentuchpapprollen, Zeitungspapierschnippseln,
Kleister und Gips habe ich den großen Hochzeitszahn gemacht.
Mit dem kann man gut polterabendspielen.
Dem Brautpaar viel Glück und
immer einen schmerzfreien Biss.

Deutschland Sommer 2010

Satzzeichenzeichnen

Abschiedskarte

Liebhabbär

27 Juni 2010

Fleckfiguren


Was haben Sie denn ? Ich glaube es ist Fleckenblues !


Tragen sie Ihre Krone immer so tief,
oder sind sie Burgfrau ?


Zu 50 Jahre Birdels ein Gruss aus der Eckern-Road
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Fleckfiguren

An meinem Zeichentisch arbeite ich auf einer großen Abreisspapier-Schreibtischunterlage.
Auf ihr probiere ich Pinsel und Stifte aus, notiere welches Lied grade im Radio kommt, rechne und schreibe schnell hin was ich nicht vergessen darf.
Prüfe den Farbton von Tusche und Aquarell.
Aus den Flecken gucken ganz oft Tiere und Männchen heraus,die ich durch absichtsloses Gekritzel zur Welt bringe.
Ist dann alles eingesaut kommt der Tag des Abrisses.
Bevor ich alles ins Altpapier schmeiße nehme ich, aus Mitleid, die Schere und schneide hier ein Männecken und da einen komischen Vogel heraus und stecke sie in einen Umschlag.
Manchmal lasse ich sie aus dem Umschlag heraus und schaue ob sie sich auf anderen Zeichnungen wohlfühlen.
Ist das der Fall, dann kommt der große Vollender: die Kleberflasche.
Und dann freue ich mich und rufe:
„Ein Hoch so lang ich lebe, Klecks, Fleck und Klebe!“

Flugfisch Fischen

Lila Milan

Haustierhaltung

12 April 2010

Das Kastanium




In Brüssel steht das Atomium.

Eine architektonische Plastik erbaut zur Weltausstellung im Sommer 1958.
9 Kugeln sind mit 20 Rohren verbunden, sie stellen einen Eisenkristall in 165 milliardenfacher Vergrößerung dar.

Im Herbst 2009 saß ich, in der Septemberspätsommersonne,
unter prächtigen Kastanienbäumen und trank Weizenbier.
Das Gespräch kam wieder einmal auf das Brüsseler Atomium-
und schlagartig erkannte ich das die 9 Atomkerne in Wirklichkeit
ein Alkoholmolekül darstellen.
C2H5OH Das ist ein deutlich besseres Erklärungsmodell für die wahre Bedeutung des Atomiums.
Vergesst das Eisenkristall ,-es ist ein Alkoholmolekül.
Das Bauwerk müsste „Alkoholium“ heißen.

Ich bestellte ein zweites Weizen, und hob mein Blick in die prächtigen Baumkronen, wie prall und voll die Kastanien in den Bäumen hingen.
Die Zeit da ich ganze Gestüte aus knolligen Kastanienpferdchen
mein eigen nennen konnte sind schon lange vorbei.
Aber Bastlerdrang und Spieltrieb sind noch immer ungebremst,
und so reifte der Plan zum Bau eines Kastaniums.
Mit einer klaren 9er Struktur.
Auf einem Bein kann man nicht stehn, -und aller guten Dinge sind 3.
So entstand das Kastanium .
Es stellt 3 Alkoholmoleküle die in einander verquirrlt, eine metastabile Struktur bilden.
Ist es nicht ein berauschender Anblick?

Welt im Auge


05 April 2010

Karfreitagskarten


Schöner Tag




Schöner Tag.
Es war an einem der Spät-Wintertag, Mitte Februar, als Martin zu mir sagte: „Du hast frei, lass uns einen schönen, wilden Tag machen.
Einem solchen Tag muss man gewachsen sein. Zum guten Anfang war ein kräftiges Frühstück im Backhaus Sallenbusch eine gute Vorbereitung für unsere Wanderung. Die Temperaturen kreisten um den Gefrierpunkt. Am Morgen noch ein harrschiger Schritt durch den alten Schnee, am Nachmittag schon Pfützen und ein matschiges Geschlitter.
Wir waren Wandersmänner mit frohen Herzen und festen Schuhen.
Es ging durch Wald und Weinberge über Wiesen und Felder.
Kaum aus einem Waldlabyrint herausgetreten, hatte man einen Blick auf die Hügelketten des nahen Schwarzwalds.
So schön ist es im Nordbadischen.
Im Wald klopfte der erste Specht und über der Landstraße, zwischen den verschneiten Feldern, kreiste der Mäusebussard.
In einem kleinen Ort Namens Gondelsheim gibt es ein Gasthaus,
Man nennt es Löwentor.Man schreibt es Loewen Thor.
Dort kehrten wir ein,zu einer löwentorbischöflichen Bierverkostung.
Belgische Champagner-Biere in großer Auswahl und hohem Alkoholgehalt warteten auf uns.
Zu erst ein leichtes Blondes, dann ein starkes Dunkles.-welches auch noch IQ hieß und zur Stärkung des Geistes genossen wurde.
Die Wirkung lies auch nicht lange auf sich warten.
Bald setzte eine leichte Schwebung ein, die Zunge und Geist lockerte.
In heiterem Geplauder umkurvten wir die wichtigsten Themen,- was da wären: die Schönheit, die Liebe, die Kinder, über Liebesbeweise und Dankbarkeit .
Als wir in Gondelsheim beschwingt aufbrachen um wieder nach Hause zu gondeln bemerkte ich das mir meine Mütze fehlte.
Also lief ich zurück ins Gasthaus, fand dort aber keine Mütze.
Dafür aber Martins Handschuhe.
Später auf dem Heimweg traf ich meine Mütze wieder, halbertrunken lag sie in einer Tauwasserpfütze.
So fügte sich alles aufs Schönste mit dem Verlieren,Suchen und Finden.

Es war ein schöner wilder Tag.